1UP in History

Einige Überlegungen zu den Arbeiten von Martin Nimmervoll und Katharina Stiglitz

von Andrea Hubin

Spuren sind Protokolle einer Berührung. Sie sind Zeichen, die keine eigentliche Existenzform im virtuellen Raum haben. Also anders als beispielsweise Buchstaben, die als Zeichen funktionieren, egal auf welchem Papier, egal in welcher Schrifttype, oder ob sie überhaupt gedruckt sind, kommen Spuren nicht ohne das konkrete Material aus, in das sie sich eingeprägt haben, oder eingeprägt wurden. Denn Spuren kommen nicht (von) allein: Dort in dem Material wären sie nicht, wenn nicht ein anderer Körper sie „mit Nachdruck“ hinterlassen hätte.

Nicht mehr immer noch. Arbeiten von Martin Nimmervoll und Katharina Stiglitz

Film und Fotografie sind wie ein Geschwisterpaar, das ihre Ähnlichkeit kaum verleugnen und ihre Unterschiedlichkeit nicht überwinden kann. Beide können sich auf ganz unterschiedliche Art ihrem temporalen Bezugsystem nicht entziehen. Die Fotografie, die so sehr dem Moment verhaftet ist und dadurch, dass sie immer nur Ausschnitte oder Bruchstücke aus der Wirklichkeit entnimmt, immer auf ein räumliches und vor allem zeitliches Anderes verweist – der Film dessen erste und grundlegende Bedingung das Sequenzielle ist, die Abfolge in der Zeit, und der dadurch nicht aus ihrem Korsett auszubrechen vermag. Beide streifen sie auf ihre Art an diese grundlegende Eigenschaft von Vergänglichkeit.

Öffnungszeit – Kirchberg am Wagram. Ehemaliges Gefängnis wird offener Kulturraum

ÖFFNUNGSZEIT ist der Auftakt für die Metamorphose des ehemaligen Gefängnisses / Erziehungsanstalt in Kirchberg am Wagram zu einem offenen Kulturraum. Im Rahmen des NÖ Viertelfestivals Weinviertel wird das Gebäude mit Keller, Zellen und Dachboden, dem Bewegungshof und dem angrenzenden Garten sowie der Galerie AugenBlick im Bezirksgericht durch künstlerische Aktivitäten geöffnet. – Eine besondere Gelegenheit, das historische Gebäude und seine Geschichte kennen zu lernen und sich Visionen für seine Zukunft auszumalen.

Sternstunden der Menschheit – 75. Todestag Stefan Zweig

Abschlussveranstaltung zum dreitägigen Symposium im Schüttkasten/Orangerie/Parkanlage des Schlosses Harmannsdorf
Die Galerie grenzART veranstaltet zum 75. Todestag Stefan Zweig ein internationales Symposium, um gemeinsam Kunstwerke zum Thema zu erarbeiten.